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Vier Tage bleiben uns noch bis zum Abflug, also wird überlegt! Ein Tag Ruhe, zwei Tage Safari, ein Tag 'Moshi City'. So machen wir es! Beim ausgedehnten Frühstück mit Madeleine am nächsten Morgen besprechen wir alles mit ihr. Sie zeigt sich sehr flexibel und organisiert uns eine Zwei-Tages-Safari für die nächsten Tage. Den heutigen Tag verbringen wir hier im 'Basislager', relaxen, genießen die Sonne ... halt etwas 'ADL' (activities of daily life). Gegen 17.00 Uhr kommt Alex für die Besprechung der Safari. Abends fahren wir per Taxi in die Stadt zum 'Indoitaliano', ein Restaurant, welches indische und italienische Spezialitäten anbietet. Wir wollen jetzt, nach der Bergtour, einfach eine Pizza essen und diese schmeckt auch sehr gut. Per Taxi geht es wieder in die Bleibe. Abends geht es wieder auf die Terrasse und genießen ... eine Cola, man glaubt garnicht ... Sucht! Am nächsten Morgen müssen wir früh aufstehen. Nach dem Frühstück lernen wir unseren Guide Salè und den Koch Nelson kennen, unsere beiden Begleiter für die nächsten zwei Tage. Die Fahrt findet wieder in einem 'Jeep' mit offenem Dach statt. Dieser wird mit dem Nötigsten beladen und um 09.00 Uhr starten wir zur Safari nach "Lake Manyara", morgen zum "Ngorongorokrater". Die Fahrt dauert etwas länger. Es geht durch Arusha durch und gegen Mittag sind wir am Park. Kurze Anmeldung durch Salè und die nächsten Stunden gehören uns und der Natur. Wie im "Arusha Nationalpark" lassen die ganzen Tiere nicht lange auf sich warten. Affen, Paviane, Zebras, Büffel, Gnus, Hippos, Impalas, diverse Vögel etc. alles in Mengen und friedlich am Grasen oder Schlafen. Den ganzen Nachmittag fahren wir umher, fotografieren, staunen und genießen die Natur. Am frühen Abend verlassen wir den Park und es geht weiter zum "Ngorongoro Krater" wo wir auch übernachten. Hier sind die Parks übrigens nirgendwo eingezäunt, damit die Tiere sich frei in der Natur bewegen können. Ca. 100 m vor dem "Simba Camp", unsere Bleibe heute Nacht, entdecken wir zwei Hyänen ... übrigens, hatte ich es schon erwähnt? Die Parks sind hier nirgendwo eingezäunt, damit ...!? Na gut! Das Zelt wird aufgeschlagen und Nelson bereitet in einer 'Großküche' mit vielen Feuerstellen das Abendessen vor. Das Abendessen schmeckt wieder sehr gut. Dieses wird in einem großen überdachten Raum eingenommen, wo alle Safaritouristen sich zum Abendessen einfinden. Jeder Tisch ist anders gedeckt, unser Tisch mit Weingläsern und Servietten drin. Leichte Vorahnung, es gibt heute Wein. Chrissi gönnt sich ein Gläschen. Mit den beiden englischen Damen am Nachbartisch kommen wir in's Gespräch, auch diese trinken gerne Wein und spielen Karten. Karten? Selbstverständlich verheimliche ich meinen Beruf, hole Karten und bringe den beiden 'Mau-Mau' bei. Nach ein paar Runden Karten verabschieden wir uns, der nächste Tag wird lang. Einer der gefährlichsten Tiere für den Menschen ist der Büffel. Die meisten Angriffe durch Tiere mit Todesfolge passieren durch Büffel. Also werden wir darauf hingewiesen, nachts, wenn man mal 'Sterne gucken' muss o. ä., sich genau umzuschauen und die Umgebung abzuleuchten. Das "Simba Camp" besteht aus einer riesigen, saftigen Grasfläche, die gerne nachts von Büffeln zum Grasen aufgesucht wird. Daher auch die ganzen auffälligen 'Fladen' zwischen den Zelten! Es ist kurz nach Mitternacht! Wir haben lediglich das Mosquitonetz unten und die Hauptklappe des Zeltes über das Dach geschlagen. Durch einen heftigen Windstoß knallt diese Klappe runter und ich werde wach. Na gut ... Zeltklappe!? Doch höre ich noch andere Geräusche ... tiefes Stampfen, Schnaufen und das Reißen von Gras ... ein Büffel direkt neben unserem Zelt. Tief durchatmen, als wäre nichts gewesen. Am nächsten Morgen treten wir vorsichtig raus, um nicht in die frische Flade direkt neben unserem Zelt zu treten. Waschen, Frühstück, Packen. Wir wollen früh los, um die Vielfallt der Tiere früh morgens an den Wasserstellen zu sehen. Der Ngorongoro Krater ist sehr tief und riesengroß. Die Fahrt mit dem Jeep geht sehr holperig über den Kraterrand hinweg in die riesige Ebene, die von hier oben gähnend leer aussieht ... eigentlich wollten wir die 'big five' sehen, die 5 gefährlichten Tiere Afrikas ... Leopard, Löwe, Elefant, Nashorn und Büffel (bisher nur gehört!). Je weiter wir in den Krater reinkommen, um so mehr eröffnet sich eine riesige Vielfalt an Tieren. Wir sind kaum unten als rechts 2 Geparden / Cheetahs die schattenspendende Schirmakazie (fast Klischee) aufsuchen. Die beiden haben aber nicht sehr lange was davon, ein Zebra und ein Büffel verscheuchen die beiden Geparden, sehr zum Leidwesen eines Massaibewohners, der jetzt die 'Beine in die Hand nimmt' und den Berg hochrennt. Was wir auch nicht wussten ist, dass die Massai hier frei wohnen dürfen. Im Krater befinden sich keine Siedlungen der Massai, diese befinden sich eher am Kraterrand. Er hat Glück, die Geparden sind recht träge ... noch! Während des ganzen Tages fahren wir umher und entdecken ständig neue Tiere, die man, wenn überhaupt, nur vom Zoo oder aus Büchern kennt: Zebras und Gnus in riesigen Mengen, Impalas, Büffel, Elefanten, 2 Nashörner in der Ferne, Flamingos, Ibis, Hammerkopfvögel, Warzenschweine, Schakale, Hyänen usw. usw. Von den 'big five' bekommen wir lediglich den Leoparden nicht zu sehen. Dieser versteckt sich gerne in den umliegenden Wäldern. Ein kleiner Tipp: Da wo 5 und mehr 'Jeeps' stehen sind die Löwen! Seltsam ist hier die 'Auffassung der tanzanischen StVO' ... vor unserem Jeep überquert ein 'Zebrastreifen' die Straße nur um sich dann wieder quer auf die Straße zu legen, wo es ja auch eigentlich hingehört - wieder 'im Dienst' ... siehe Bild ;-) Den ganzen Tag erleben wir unzählige Tiere auf diesem einen Fleck Erde, ein wahres Naturschauspiel und daher 'UNESCO Weltnaturerbe'. Am späteren Nachmittag verlassen wir den Krater und fahren hoch zum Camp. Hier hat Nelson bereits alles zusammengebaut, wir beladen das Auto und die Fahrt geht wieder zurück nach Moshi. Abgesehen von den ganzen Schlaglöchern und Polizeikontrollstellen (bei zweien wurden wir angehalten, der 'Staatsdiener' blickte uns an und winkt uns weiter ??? ... sehe wahrscheinlich aus wie ein Zauberer) verlief die Fahrt sehr ruhig. Noch bei Helligkeit erreichen wir Moshi, entladen unsere Sachen und genießen den Abend wieder auf ... der Terrasse. Unser letzter Tag der Reise. Heute geht es nach dem Frühstück nach Moshi. Dort genießen wir das hektische und staubige Treiben der Menschen, die hier wohnen. Wieder werden wir oft angesprochen, ob wir nicht Souveniers aus dem Laden dort unten oder hier rechts haben wollen oder eine Safari oder vielleicht was ganz Besonderes ... auf den großen Berg da hinten - hier die Visitenkarte! Kaum steht man still, ist man umringt von mehreren Menschen, die immer wieder probieren, einem ein 'verlockendes Angebot' zu unterbreiten. Kurzerhand 'drehe ich den Spieß um' und zeige denen was man alles mit so einer Visitenkarte machen kann ... 'streetmagic' in Moshi ... das Eis ist gebrochen, viel Gelächter und Staunen. Wir werden wieder in Ruhe gelassen. Das hält aber nur solange bis an der nächsten Straßenecke die nächsten 'flycatcher' ihr Glück probieren ... 'habt Ihr eine Visitenkarte?'. Aber wie schon vorher erwähnt, ein kurzes, höfliches aber bestimmtes 'Nein Danke' hilft immer. Souveniers werden gekauft, Staub eingeatmet und immer wieder der Blick zum "Kili" - er zeigt sich wieder frei - Abschied! Am Abend gehen wir mit Madeleine zum Essen auf die im 5. Stock gelegene Terrasse des "Kinoroko" Hotels. Nachts ein wunderschöner Blick über das Lichtermeer der Stadt - plötzlich Stromausfall ... nachts ein wunderschöner Blick in den Sternenhimmel ...! Wir genießen das Essen (sehr lecker), trinken und reden viel über Afrika und Deutschland und fahren wieder Heim. Abschied von Madeleine, die eine sehr gute Gastgeberin war. Da der 'Flieger' morgen Früh um 06.30 startet, haben wir nicht mehr viel Zeit, also schnell packen, Bett und schlafen. Zu einer irrsinnigen Zeit klingelt der Wecker. Alexander holt uns ab und fährt uns zum Flughafen. Auch von Alexander verabschieden wir uns und bringen Gepäck und uns selbst sicher durch die formellen Kontrollen. Pünktlich hebt die Condor ab und ein letzter Blick auf den ... "Kilimanjaro" ... der sich hier noch einmal über den Wolken präsentiert. Kuze Anmerkung in eigener Sache: Wie ganz am Anfang erwähnt, freuen wir uns auf den Rückflug besonders ... wir gönnen uns, der Beine wegen, die Sitzplätze in der 'Premium Eco' ... empfehlenswert, da ich inzwischen die Beine auch spüre (warscheinlich eine Überreizung durch den Abstieg ... kommt davon wenn man keine 'Pole Poles', ach nee ... Wanderstöcke benutzt!). |
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